Banner layout/banner002.jpg

Das Feuerschüren

 
schmiedetechniken/feuerschueren_001.gif


 
Sicherlich werden sich jetzt einige sich fragen, warum das Schüren des Feuers eine eigene Schmiedetechnik ist. Der Schmied sollte erst das Feuer beherrschen, bevor er sich mit dem Schmieden beschäftigt. Das Feuerschüren ist nicht nur einfach das Nachlegen von Kohle sondern ein komplexes Geschehen.

Als Brennstoff eignen sich Fettkohle oder Koks. Ich persönlich schmiede lieber mit Kohle, da ich hiermit das Feuer genauer steuern kann. Bei der Fettkohle handelt es sich um eine Steinkohle mit einem hohen Graphitanteil. Diese Kohle hat jedoch in ihrem Lieferzustand zu viele Verunreinigungen (wie z.B. Schwefel). Um der Kohle die Verunreinigungen zu entziehen, wird neben dem eigentlichen Feuer die Kohle wie ein Wall aufgeschüttet. Die Kohle wird dadurch langsam erhitz und die eingeschlossenen Gase können entweichen. Dieses nennt der Schmied auskochen.
Nun wird das Feuer immer wieder von Außen nach Innen nachgefüllt. Hierbei ist darauf zu achten, dass man das Glutbett nicht unnötig durcheinander bringt. Das Hineinstechen mit dem Spieß ist möglichst zu vermeiden! Ein zu sparsamer Umgang mit der Kohle ist nicht angebracht. Es sollte immer genügend Kohle neben der Esse auskochen.

Um das Werkstück vor dem Umgebungssauerstoff zu schützen, bedeckt man dieses mit glühender Kohle, die man anschließend leicht mit Wasser benetzt. Dieses hat zur Folge, dass sich über dem Werkstück eine geschlossene Kohlendecke bildet. Legen Sie nicht das Werkstück direkt über die Düse, da es sonst dem einströmenden Sauerstoff ausgesetzt wird! Falls man aber nur einen kleinen Punkt erhitzen möchte, kann man das Feuer mit gezieltem Ablöschen kleiner schüren. Beachten Sie, dass dieses nicht sofort geschieht - das Feuer reagiert meistens nicht sofort!

Wenn ein Feuer ruhig brennt, sammelt sich unten auf dem Feuerschüsselboden die Schlacke. Um die Schlacke zu entfernen sollte das Feuer sich abkühlen, die Schlacke erstarrt. Nun kann man die Schlacke in wenigen Stücken mittels dem Spieß und der Schüppe aus dem Feuer nehmen.



zurück   weiter

Letzte Aktualisierung: 24.02.2016